Die Kunst des Orgelbaus ist seit dem 17. Jahrhundert in Ostheim/Rhön beheimatet. Das Orgelbaumuseum im Schloß Hanstein will den Besucher in die Welt dieser 2000 Jahre alten hohen Instrumentenbaukunst einführen.
Es verfügt bereits über mehr als 650 historische Exponate - darunter eine komplette "Orgelmacherwerkstatt" aus der Zeit um 1850. Die Ausstellungsstücke stammen größtenteils aus dem Besitz der bereits in der 7. Generation in Ostheim wirkenden Orgelbauwerkstatt Hoffmann.
Orgeln der verschiedenen Epochen werden fachkundig vorgestellt und gespielt, unter ihnen die Rekonstruktion der Theophilus-Orgel um 1125; der weltweit erste Nachbau der ältesten erhaltenen Orgel der Welt, der gotischen Blockwerk-Orgel von Norrlanda aus Gotland aus der Zeit um 1350; die Kopie eines Nürnberger Positivs von Nikolaus Manderscheidt aus dem Jahre 1646, eine Schweizer Hausorgel von 1765 aus Toggenburg von Wendelin Looser sowie eine englische Hausorgel.
Für den Besucher ist es ein besonderes Erlebnis 42 Pfeifen verschiedener Bauart selbst zu spielen und eine böhmische Walzendrehorgel mit zehn originalen Musikstücken von 1870 zu hören. Der Museumsverein will ein lebendiges Museum führen, in dem nicht "sklavisch, sondern kreativ" bewahrt wird.
Als Spezialmuseum zählt das Ostheimer Orgelbaumuseum inzwischen zu den bedeutenden Museen in Europa. Mit seinem reichhaltigen Musik- und Kulturprogramm bietet es einem breiten Publikum viele Eindrücke und lädt alle Alters- und Interessengruppen zu wiederholtem Besuch ein. Anschaulich werden dem Besucher durch eine Videovorführung tiefere Eindrücke in Orgelbau und Orgelmusik präsentiert. Eine Fachbibliothek und Phonothek ist im Aufbau. Bei Exkursionen weist das Orgelbaumuseum auf die reiche thüringische Orgellandschaft hin und behandelt bei Sonderausstellungen und Tagungen spezielle Orgelthemen.
Die Ausstellung "400 Jahre Ostheimer Orgelbau" zeigt Orgelwerke und Orgelbauer der Stadt seit 1573 und erschließt anschaulich die Geschichte dieser traditionsreichen Handwerkskunst.